2 Länder – ein Geist

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Bayern, des samma mia!
Bayern und des bayrische… 😉 … Prost!!!

Ganz ehrlich, fia den, ders versteht, fia den is des ganz oafach: I bin in Bayern afgwachsn und aso red i a. Do konni nix macha. Da hob i des Temperament vom Oberpfälzer, des scho a weng speziell is, direkt durch sogenannte „Luftgenetik“ vo meiner Verwandschaft hier eingschauft. Do komma nix macha. Und i wui da a goanix macha. Weils is, wias is. Und dazua steh i. Des bin i. Und des g´heart zu mir.

Wos des auf Preißisch hoast? Do miassts mi salba frong! I schreib hier koane Übersetzungen weil Bayrisch ghead ned übasetzt! Mei Meinung, a anderer denkt do ganz bestimmt ganz anders und des deafa ja a gern. D´Hauptsach is, mir lasst a mei Ruah mit seim Krampf!

Sie Fragen sich, was ich hier eigentlich geschrieben habe? Dass ich aus Bayern komme, dort aufgewachsen bin und fest mit demselbigen Land samt Geistern, Menschen, Natur und allem verbunden bin.

Und dann…

Somos Colombianos!!

Ja, das auch. Urpsrünglich bin ich in Kolumbien geboren. Beide Eltern sind Kolumbianer. Ein Teil aus den kolumbianischen Anden, der andere Teil aus dem Tiefland/ Dschungelgebiet.

Als ich meine leibliche Familie noch nicht kannte, hatte ich mich immer gewundert, warum bei der schamanischen Arbeit sowohl Geister aus dem Dschungel und dem Tiefland eine große Rolle spielen, wie auch die Anden und die Tradition der Indianer, die dort lebten, wo ich geboren wurde.

Weder Temperament, noch Aussehen, noch viele andere Eigenschaften können darüber hinwegtäuschen. Und der Zugang zu Pachamama und vielen anderen südamerikanischen Geistern… man könnte sagen… da liegt schon eine sehr massive Pipeline, auf die ich während meiner Arbeit zugreifen kann. Und Ahnen, deren Kraft ich vermutlich Zeit meines Lebens nur ansatzweise erfühlen und miteinfließen lassen kann – mit großem Respekt und großem Dank.

Welch ein Zufall… ein Schamane der ein Wandler zwischen den Welten ist, ohnehin…zwischen alltäglicher und nichtalltäglicher Wirklichkeit…wird von Anfang an schon in zwei Welten gesteckt. Und nun komm mal mit Deiner Andersartigkeit klar, dort im tiefsten Bayern… und nun… verstehe auch, dass Du so einiges was Du bei Südamerikanern in Deutschland gesehen hast, nicht nachvollziehen kannst – vor allem wenn es um Schamanismus geht – weil da doch die deutsche Korrektheit auch in Dir verwurzelt ist.

Ich schamanisiere im Dirndl wenn ich mit einem Kochlöpfel auf einen alten Kochtopf schlagen muss genauso gut, wie ich es mit Federn geschmückt, von Rauch umhüllt, in ein indianisches Gewand mache, während ich meine selbstgebaute Trommel schlage und diverse kolumbianische Untensilien bei mir habe.

Das eine geht ohne das andere nicht. Manchmal bekommt eins das Übergewicht. Auf dem Oktoberfest bin ich dann mehr die Bayerin 😉 und im Wald eher der Indianer. Aber zur Not kann auch das mal umgedreht werden ;-). Genauso ist es in meiner Arbeit: Es wird getan, was gerade nötig ist. Welche Quelle dafür genutzt wird, oder ob sie sogar kombiniert werden, das zeigt sich dann im Laufe der Arbeit. Denn es sind zwar zwei Länder, aber ein Geist, eine Welt, eine Kraft <3.